28. Mai 2015

Wohnen wie im Grand Hotel

Einweihung des Argentums Kaiserhof in Bad Salzdetfurth

Matthias Kaufmann (M.) und Milano Werner (r.) von der Kreiswohnbau zusammen mit Landrat Reiner Wegner, ASB-Geschäftsführer Markus Dolatka und dem KWG-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Bruer.

Von Rolf Martensen

BAD SALZDETFURTH.  Im Januar 2014 ging es los, im September des vergangenen Jahres wurde Richtfest gefeiert – und jetzt wurde das Argentum Kaiserhof als eine neue Wohnform für ältere Menschen im Rahmen einer Feierstunde unter dem Motto „Leben wie im Grand Hotel“ mit den künftigen Bewohnern und allen Projektbeteiligten eingeweiht.

 

Für insgesamt 3,85 Millionen Euro hat die Kreiswohnbau Hildesheim (KWG) das ehemalige Hotel Kaiserhof in der Bad Salzdetfurther Altstadt um- und ausgebaut. Es entstanden 19 komfortable und altersgerechte barrierefreie Zwei- oder Drei- Zimmer-Wohnungen inklusive Tiefgaragenparkplatz.

 

Die Zwei-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 61 und 102 Quadratmeter groß, die Drei-Zimmer-Wohnungen 80 bis 97 Quadratmeter. Hier ist neben Küche, Wohnund Schlafzimmer zusätzlich auch noch ein Gästezimmer vorhanden. Der Umbau fand unter teilweise erschwerten Bedingungen statt, da eine denkmalgeschützte Fassade aus der Gründerzeit zu integrieren war. Neben den Wohnungen, die inzwischen bis auf eine alle belegt sind, bietet das Argentum Kaiserhof durch Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in seinen Räumen auch einen Ort für Tagespflege und Unterstützung im Alltag an. Im ehemaligen Gaststättenbereich wurde zudem ein Gemeinschaftsraum eingerichtet, in dem der ASB das Haus auch für Kaffeenachmittage öffnen wird.

 

Der bisher im Lerchenkamp beheimatete Mietertreff der KWG wird in das Argentum Kaiserhof umziehen und die Räumlichkeiten an den Wochenenden nutzen können. Die Grundausstattung der Wohnungen liegt nach Angaben der Betreiber über den Anforderungen aktueller technischer Standards, und auch die Kriterien des Niedersächsischen Qualitätssiegels für sicheres Wohnen wurden eingehalten: so erhöhen die im Gebäude installierten Rauchmelder und ein Zentralschalter für das Abschalten kritischer Elektrogeräte die individuelle Sicherheit, und auch dem Einbruchschutz wird durch Sicherheitsglas in Türen und Fenstern Rechnung getragen.

 

In allen Wohnungen ist über den ASB ein Hausnotrufsystem eingerichtet, über das im Notfall jederzeit schnell Hilfe herbeigerufen werden kann.

 

„Ein Leuchtturmprojekt, das Nachahmer braucht“

Einhelliges Lob für die neue Seniorenwohnanlage / Gelungene Symbiose

 

Bürgermeister Henning Hesse (rechts) übergibt das Unikat vom Argentum an Matthias Kaufmann.

Zur Einweihung des Argentums Kaiserhof konnte Klaus Bruer, der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiswohnbau, neben den neuen Bewohnern der Wohnanlage auch zahlreiche Gäste und Vertreter der an der Planung und am Bau beteiligten Firmen und Institutionen begrüßen. „Der Weg hierher hat reichlich Mühe gekostet, daher darf jetzt auch reichlich gefeiert werden“, versprach er den Anwesenden gleich zu Beginn. „Ich bin stolz auf das, was hier erreicht wurde“, sagte Bruer und dankte seinem Geschäftsführer Matthias Kaufmann und dessen Team, aber auch den Planern, Architekten und Handwerkern. „Sie haben eine gelungene Symbiose von Alt und Neu geschaffen. Durch dieses Gebäude ist Bad Salzdetfurth jetzt noch ein bisschen schöner geworden.“ Dieses Lob wiederum freute Henning Hesse, den Bürgermeister der Kurstadt, der in seinem Grußwort betonte: „Alle Bürgerinnen und Bürger von Bad Salzdetfurth freuen sich, dass in dem ehemaligen Hotel Kaiserhof neues Leben eingezogen ist, nachdem zuvor jahrelang spekuliert worden war, was wohl mit dem Gebäude geschehen wird.“ Den künftigen Bewohnern bestätigte er: „Sie wohnen hier so sicher, wie kaum jemand sonst. Die Polizei, die Feuerwehr und das Rathaus sind ihre direkten Nachbarn.“ Als Gastgeschenk hatte er ein von dem 20- jährigen Bad Salzdetfurther Aaron Göppert gemaltes Unikat mitgebracht, das das Argentum Kaiserhof zeigt.

 

Heiner Pott, Direktor beim Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, ist beeindruckt.

Landrat Reiner Wegner dankte der Kreiswohnbau und seinem Aufsichtsrat für den Mut, das jetzt fertiggestellte Bauvorhaben anzugehen. Und er dankte den Bewohnern für das Vertrauen, das sie in das Projekt gesetzt haben. Er wünschte ihnen, dass sie sich auf Dauer in ihrem neuen Zuhause im Stadtkern des Ortes wohlfühlen und sich nicht isoliert vorkommen. Und er wiederholte seinen schon beim Richtfest geäußerten Wunsch in Richtung Arbeiter-Samariter-Bund: „Halten Sie das Haus bitte auch für Außenstehende offen.“ Das versprach ASB-Chef Markus Dolatka in seinem Grußwort: „Wir werden die Räumlichkeiten nach der Tagespflege öffnen. Und wir werden den Mietertreff der Kreiswohnbau hierher verlegen.“ Dolatka zeigte sich beeindruckt von der durchgehenden Barrierefreiheit im Haus. „Dadurch steigt die Lebensqualität der Bewohner“, bestätigte er. Von einem „Leuchtturmprojekt, das Nachahmer braucht“ sprach Heiner Pott, der Direktor beim Verband für Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. „Dieses Haus ist etwas ganz Besonderes,“ unterstrich er. „Die Qualität des Argentum Kaiserhof mit seinem Rundum-Sorglos-Paket zu diesen Bedingungen ist sensationell.“

 

„Wir fühlen uns hier richtig wohl“

Die neuen Bewohner feiern ihren Einzug / Erste Erfahrungen ausgetauscht

 

Zahlreiche Gäste nehmen an der Einweihungsfeier des Argentums Kaiserhof in Bad Salzdetfurth teil.

Nach dem offiziellen Teil der Einweihung des Argentum Kaiserhof begaben sich die neuen Bewohner der Anlage mit allen Gästen in das eigens für diesen Anlass aufgestellte Festzelt auf der Terrasse des ehemaligen Hotels. Hier war alles für eine zünftige Feier vorbereitet. Bei leckeren Speisen und ausgesuchten Getränken ergab sich für die neuen Argentum-Bewohner schnell die Möglichkeit, untereinander, aber auch mit den Gästen aus der Politik sowie Beteiligten des Projektes ins Gespräch zu kommen. Erste Erfahrungen nach sieben Wochen in der neuen Umgebung wurden ausgetauscht.

 

Anneliese Bleßmann (links) und Ilse Retzke sind am 1. April in das Argentum eingezogen. Fotos: Martensen

Anneliese Bleßmann und Ilse Reitzke sind am 1. April in das Argentum eingezogen und gehören so mit zu den ersten Bewohnern der Senioren- Wohnanlage. „Wir sind bisher sehr zufrieden. Es gefällt uns richtig gut hier“, sagen beide übereinstimmend. „Es gibt zwar manchmal noch ein Problem mit dem Warmwasser im Neubaubereich, aber das wird sicher bald behoben sein“, sind sich die beiden Damen sicher und blicken erwartungsvoll zum Rednerpult, wo Kreiswohnbauchef Matthias Kaufmann gerade dabei ist, seine Rede zu beenden. Er hat sie unter das Motto „Es ist erreicht!“ gestellt und ruft noch einmal die langjährige Planungs- und Bauphase in Erinnerung, „die jetzt mit dieser Eröffnung zu Ende geht.“

 

Kaufmann erwähnt auch einige Überraschungen, denen die Beteiligten während der Bauphase immer wieder begegneten. So etwa, als man feststellen musste, dass hinter vermeintlich massiven Wänden einfach nur Holzbalken standen. Und auch die Grundleitungen konnten alle nicht mehr genutzt werden. Dennoch blieben die Kosten des Argentum Kaiserhof nur gerade sechs Prozent über dem ersten Ansatz. Insgesamt mussten für das Projekt 4,7 Millionen Euro aufgewendet werden, davon 3,85 Millionen für den Um- und Neubau des Argentum. Dazu kommen 850 000 Euro für den Umbau der ehemaligen Gästevilla des Hotels nebenan, die jetzt vom Jobcenter und dem Arbeiter-Samariter-Bund genutzt wird.

 

Kaufmann dankte den beteiligten Planern, den Banken sowie den ausführenden Baufirmen und der Bauverwaltung für die konstruktive Zusammenarbeit und für die dadurch pünktlich erfolgte Fertigstellung des Bauvorhabens. Den neuen Bewohnern rief er abschließend zu: „Wenn es einmal etwas gibt, was Ihnen nicht passt, kommen Sie zu uns und melden Sie sich.“ Dann eröffnete er das opulente kalt-warme Buffet, und Anneliese Bleßmann und Ilse Reitzke gingen zusammen mit ihren neuen Nachbarn und Gästen in den ehemaligen Gaststättenraum, der ihnen künftig als Gemeinschaftsraum dienen wird.

 

Quelle: Rund um Bad Salzdetfurth (RUBS), 27. Mai 2015

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