Diese Ansicht des Kaiserhofs wird weitgehend erhalten bleiben, die Nutzung ändert sich allerdings. Foto: Peisker
24. Dezember 2012

Kreiswohnbau hat große Pläne mit dem Kaiserhof

Millionen-Investition für Mietwohnungen, Tagespflege und Jobcenter

(lv) Bad Salzdetfurth. Die Kreiswohnbau Hildesheim hat den Kaiserhof in Bad Salzdetfurth gekauft und plant dort unter anderem altengerechte Mietwohnungen. In das dazugehörige Nebengebäude wird das örtliche Jobcenter einziehen. Darüber hinaus verhandelt die Kreiswohnbau mit einem Sozialverband über die Einrichtung einer Tagespflege im Hauptgebäude. Insgesamt investiert das Unternehmen rund drei Millionen Euro an dem Standort.

 

„Wir haben uns zum ersten Mal vor etwa anderthalb Jahren Gedanken über eine Nutzung des Gebäudes gemacht“, sagt Kreiswohnbau-Geschäftsführer Matthias Kaufmann. 2009 hatte der damalige Inhaber der Gaststätte Insolvenz angemeldet, seitdem steht der Gebäudekomplex leer, der nicht nur eine Gaststätte, sondern auch Hotelzimmer, einen Festsaal, eine Kegelbahn und ein neueres angrenzendes Gästehaus umfasste. Kaufmann habe also seinerzeit während des Mountainbike- Rennens mit Bad Salzdetfurths Bürgermeister Erich Schaper und dessen Stellvertreter Thomas Kasten vor dem Kaiserhof gestanden und gegrübelt. Auch die Stadt hat ein Interesse an einer Wiederbelebung der leeren Immobilie direkt neben dem Rathaus. Allerdings waren den Überlegungen Grenzen gesetzt – das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

 

Doch nun freut sich Kaufmann, dass es losgeht. Auch den Einwohnern sei sofort aufgefallen, dass sich etwas tut – die neue Eigentümerin hat erst einmal einen Zaun um das Grundstück gezogen. Im Gästehaus sei überwiegend nur ein Innenausbau nötig, das Jobcenter habe eine verbindliche Mietzusage ab Ende 2013 gegeben, so Kaufmann.

 

Die Sanierung des Hauptgebäudes werde etwas aufwändiger. Hier sollen die Arbeiten im Sommer 2013 beginnen. Die Fassade und der vordere Teil des Kaiserhofs bleiben erhalten, aber der frühere Saal-Bereich wird zum Teil abgerissen. Hier sind auf drei Etagen 16 Wohnungen für Ein- und Zwei-Personenhaushalte geplant – „demographie-fest“, wie der Geschäftsführer es formuliert. Die 60 beziehungsweise 75 Quadratmeter großen Wohnungen werden barrierefrei sein, im Haupteingangsbereich wird es einen Fahrstuhl geben. Kaufmann war es wichtig, dass die Mieter mit dem Fahrstuhl auch die etwas tiefer liegende Oberstraße erreichen können. Deswegen hat die Kreiswohnbau auch die Terrasse des Kaiserhofs erworben – die kurioserweise auf einem Grundstück des Landes Niedersachsen steht. Darüber hinaus ist eine Tiefgarage geplant, es soll für jede Wohnung einen Stellplatz geben. Im Erdgeschoss des vorderen Gebäudeteils wird die Tagespflege einziehen. Da dort nur tagsüber Betrieb ist, können die Räume abends auch von den Mietern als Gemeinschaftsbereich genutzt werden – etwa für Feiern. Im Spätsommer 2014 soll alles fertig sein.

 

Für die Kreiswohnbau – wie für alle anderen Wohnungsbaugesellschaften – wird es immer wichtiger, auf eine älter werdende Gesellschaft zu reagieren. „Uns ist es wichtig, dass wir mit solchen Projekten an zentrale Plätze gehen“, betont Kaufmann. Für die Mieter soll eine dauerhafte Nahversorgung und eine gute soziale Infrastruktur verfügbar sein. Das Konzept scheint aufzugehen: „Wir haben schon jetzt zwölf sehr konkrete Anfragen von möglichen Mietern“, sagt Kaufmann, der in dieser Woche eine weitere Bestätigung für seinen Kurs bekommen hat: Sein Vertrag als Kreiswohnbau-Geschäftsführer ist um fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2018 verlängert worden.

 

Quelle: Kehrwieder am Sonntag, 23. Dezember 2012

Veröffentlicht unter 2012