02. Mai 2012

Die Mäuse sind zurück in der Stadt

„Stadtmäuse“ sind aus dem Übergangsquartier am Festplatz wieder in sanierten Kindergarten gezogen / Krippe ab August

Sarstedt (tw). Im sanierten und umgebauten Kindergarten der „Stadtmäuse“ gab es am Montag nur zufriedene Gesichter. Nach einem Dreivierteljahr im Übergangsquartier auf dem Festplatz erkundeten die Kleinen mit den Erzieherinnen ihr altes Domizil, das sich ziemlich neu präsentiert: modern, hell und einladend.

 

Wegen des Brückentages nicht ganz komplett, versammeln sich die „Stadtmäuse“ am Montag zum Gruppenfoto vor neuem Kindergarten.

Alles hat geklappt, wie es geplant war: Die Kosten von 1,2 Millionen Euro blieben im kalkulierten Rahmen, die Bauzeit und die Phase der „Evakuierung“ ebenfalls. Nun kann auch die Krippe kommen: Ab August tummeln sich an der Friedrich-Ebert-Straße nicht nur bis zu 72 Mädchen und Jungen im Alter zwischen drei und sechs Jahren in drei Gruppen, die nun Rennmäuse, Haselmäuse und Wandermäuse heißen. Dann kommen noch 15 Krippen-Kinder dazu – im „Mäusenest“.

 

 

Am Montag kamen Besucher aus dem Rathaus: Bürgermeister Karl-Heinz Wondratschek, sein Stellvertreter Horst-Dieter Schelper und Hauptamtsleiterin Heike Brennecke machten sich ein Bild vom gelungenen Endergebnis der Arbeiten. Die Stadt mietet das Gebäude künftig als Trägerin des Kindergartens.

 

Beim Umbau führte die Kreiswohnbau Hildesheim Regie – genauer: die Gesellschaft für kommunale Immobilien, die Sarstedt und einige andere Kommunen aus dem Landkreis zusammen mit der Kreiswohnbau gegründet haben.

 

Für diese Gesellschaft, die erst im Juli vergangenen Jahres offiziell gegründet wurde, war der Umbau des Kindergartens der Stadtmäuse das erste große Projekt. „Es hat gut geklappt“, ist das Fazit von Kreiswohnbau-Prokurist Ralf Oelkers. Dabei sei gleich das erste Projekt eine besondere Herausforderung gewesen, ergänzt er – schließlich war die Gesellschaft für einen späteren Mieter im Einsatz. Eine weitere Besonderheit: Der Kindergarten wird künftig aus dem Heizkraftwerk am Kipphut mit Wärme aus regenerativer Energie aus Pellets versorgt.

 

Im Kindergarten-Gebäude ist eine umfangreiche Kernsanierung abgeschlossen. „Jetzt haben wir fast Neubau-Standard“, sagt Oelkers. Der Schwerpunkt lag auf einer energetischen Sanierung: Das Dach ist neu und ebenso wie die Fassade viel besser gedämmt als vorher. Die 35 Jahre alte Elektrik wurde erneuert und auf den neuesten Stand gebracht. Unter den Bodenbelägen verbirgt sich nun eine Fußbodenheizung – da ist das Krabbeln gleich viel behaglicher. Auch der Lärm- und Brandschutz ist nach erledigter Sanierung nun besser geregelt.

 

Diese gebackenen Stadtmäuse (im Vordergrund) scheinen zur Einweihung die moderne neue Eingangshalle zu bestaunen. Fotos: Wedig

Doch die Tagesstätte hat auch optisch gewonnen. Dunkle Ecken der Vergangenheit sind heute von Licht durchflutet, eine Galerie in der Eingangshalle fällt gleich als neues prägendes Element ins Auge.

 

Die Mäuse haben sich indessen auch in den Containern auf dem Festplatz ausgesprochen wohl gefühlt, wie Kindergartenleiterin Angelika Stickelbruck berichtet. Und die Kinder und Erzieherinnen haben künftig auch im Steingebäude einen Vorteil, den sie nach neun Monaten in den Metall-Containern nicht mehr missen möchten. „Wir konnten Bilder mit kleinen Magneten an der Wand befestigen“, erklärt Stickelbruck. Reißzwecken oder Klebeband waren nicht mehr nötig – und sind es auch künftig nicht, denn die Handwerker haben im Haus an der Ebert-Straße fix Metallplatten in den Putz integriert. So können auch hier die Magneten zum Einsatz kommen. Da bleibt für die Stadtmaus kein Wunsch mehr offen.

 

Quelle: Sarstedter Anzeiger der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung, 02. Mai 2012

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