30. Mai 2012

„Hier findet Miteinander statt“

Nachbarschaftstreff vor einem Jahr eröffnet / Positive Entwicklung

GRONAU.  „Wie die Jungfrau zum Kinde“ ist Andreas Benke Anfang April vergangenen Jahres zu den Johannitern gekommen, erzählt er schmunzelnd von den Anfängen des Nachbarschaftstreffs, den die Johanniter in Zusammenarbeit mit der Kreiswohnbau heute vor einem Jahr eröffnet haben. Grund für die LDZ, hinter die Kulissen zu blicken und zu erfahren, wie sich der Nachbarschaftstreff in Gronau entwickelt hat.

 

Schon beim Betreten der Einrichtung an der Bethelner Landstraße wird deutlich, was Leiter Andreas Benke meint, wenn er sagt: „Hier findet Miteinander statt.“ Ruth Kafurke, Adelheid und Dieter Lemensieck, Ingrid Gärtner und Bärbel Stepputat, die ehrenamtliche Vertretung für den Nachbarschaftstreff-Leiter, sitzen beisammen, haben sich durch die regelmäßigen Treffen kennengelernt. Sie klönen, tauschen Neuigkeiten aus und flaxen miteinander. Die Stimmung ist gut, ja sogar herzlich. Genau so soll es sein, freut sich Andreas Benke, der sich gleich dazugesellt.

 

Der Nachbarschaftstreff habe sich gleich im ersten Jahr positiv entwickelt, die Besucherzahlen würden stetig steigen. Derzeit kommen durchschnittlich zwischen 80 und 100 Menschen im Monat in der Einrichtung zusammen. „Es ist ein Generationenhaus, in dem man Gemeinschaft erfährt“, beschreibt Stammgast Ingrid Gärtner aus Elze die Atmosphäre. Andreas Benke pflichtet bei: „Es ist ein Forum, in dem sich Menschen begegnen und das sie selbst gestalten können, ohne aber sich zu binden.“ So gibt es zwar ein monatliches Programm mit Frühstücksbuffet, „Freitagsschnack“, „Zokken am Montag“ sowie „Kunst und Kaffee“, aber ein „starres Gebilde“ sei es keineswegs. Ihm sei es wichtig, dass die Idee hinter dem Nachbarschaftstreff nicht nur auf dem Papier festgehalten ist, sondern auch tatsächlich gelebt werde.

 

Andreas Benke hatte sich bereits bei seiner vierjährigen Tätigkeit als Koordinator der Seniorenarbeit in der Samtgemeinde Gronau einen Namen gemacht. Sein Vertrag dort war bereits ausgelaufen, als sich die Johanniter an ihn wandten: „Bei mir zu Hause klingelte das Telefon“, erinnert er sich: „Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Quartiersmanagement zu betreiben.“ Wie er weiter schildert, sei man sich schnell einig geworden. „Es machte nach fünf Sekunden klick“, lässt er seinen ersten Eindruck Revue passieren. Bis heute sei die Zusammenarbeit mit den Johannitern und der Kreiswohnbau Hildesheim „hervorragend“. Er betont: „Wir gehen Hand in Hand in eine Richtung.“

 

Neben den geselligen Treffen in der Einrichtung bietet er auch Hilfe an, etwa bei Versicherungsfragen oder Behördengängen. „Da helfen mir natürlich die Erfahrungen, die ich bei der Samtgemeinde gesammelt habe.“ Auch hat er bereits Themenschwerpunkte angeboten, etwa die Themenwoche „Fit und gesund in jedem Alter“, ein Seminar rund um das Handy und eine Veranstaltung zum Thema Haus- und Mobilnotruf.

 

„Ich blicke positiv in die Zukunft, denn ich merke, dass sich hier etwas tut – auch nachhaltig“, betont der 59-Jährige, dem die Arbeit sichtlich Freude bereitet: „Die Aufgabe des Quartiersmanagements haben wir erfüllt, bei den Besucherzahlen aber gibt es noch Ent- wicklungspotenzial.“ Allerdings habe man sich ohnehin drei Jahre Zeit für eine „Positiv-Entwicklung“ gegeben, sagt Andreas Benke, der inzwischen auch die Johanniter- Jugend in der Einrichtung betreut. „Ich unterstützte sie bei ihrem Angebot. Wir wollen das Programm etwas umstrukturieren, so dass wir einen ausgewogenen Mix haben“, informiert er. Und durch die Begegnung von Jung und Alt würden sich „Synergie-Effekte“ ergeben. Für die Zukunft wünscht sich Andreas Benke, den „eingeschlagenen Weg“ beizubehalten und Hemmschwellen weiter abzubauen. Er betont: „Hier ist jeder willkommen.“

 

Busfahrt zum Geburtstag

Zum einjährigen Bestehen des Nachbarschaftstreffs haben sich die Johanniter etwas Besonderes überlegt: „Wir organisieren eine Landpartie“, kündigt Leiter Andreas Benke eine Fahrt in den Ostharz an. Unterstützt wird er dabei vom Johanniter-Hausmeister Wolfgang Bärwalde, der den 50-Personen-Bus fahren wird. Eingeladen zur Busfahrt, die für den 25. Juni vorgesehen ist, sind die Kreiswohnbau und die Besucher des Nachbarschaftstreffs. Anmeldungen werden ab sofort von Andreas Benke unter unter der Telefonnummer 05182/9095933 entgegengenommen. Er beantwortet auch Fragen zum Programm in der Einrichtung an der Bethelner Landstraße: Morgen wird von 16 bis 18 Uhr die „Gesprächszeit“ angeboten, bei der Andreas Benke Unterstützung bei sämtlichen Fragen leistet. Von 18 bis 20 Uhr trifft sich dann die Johanniter-Jugend zum Wikinger-Schach. Weiter geht es mit dem Frühstücksbuffet am Freitag, 1. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr sowie mit einem Koch-Angebot mit dem Titel „Pfannkuchen mal anders“ am Montag, 4. Juni, ab 11 Uhr. Ein Spielenachmittag wird am Mittwoch, 6. Juni, ab 16 Uhr angeboten. Am 8. Juni folgt der „Freitagsschnack“ ab 9.30 Uhr. Neu im Programm ist die Veranstaltung „Kunst und Kaffee“, die am 13. Juni von 16 bis 18 Uhr im Nachbarschaftstreff stattfinden wird.

 

Quelle: Leine-Deister-Zeitung, 29. Mai 2012

 

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